Depression

Depression ist der Hunger der Seele: Wenn wir nichts essen, bekommen wir ein "Loch" im Bauch, und wenn unsere seelischen Grundbed├╝rfnisse unerf├╝llt bleiben, werden wir depressiv. Vor allem wenn die Beziehungen zu unseren Mitmenschen unbefriedigend verlaufen, oder wenn unser Verh├Ąltnis zu uns selbst beeintr├Ąchigt ist: Wenn wir z.B. Schuld- oder Minderwertigkeitsgef├╝hle mit uns herumtragen.

Entstehung von Depression: Wenn Kinder ein wichtiges Bed├╝rfnis haben, z.B. nach Zuwendung oder Trost, dann versp├╝ren sie Schmerz. Idealerweise erf├╝llen die Eltern das Bed├╝rfnis dann. Wenn nicht, wandelt sich der Schmerz in Wut und ├ärger. Wenn die Eltern dann aufhorchen und sich dem Kind zuwenden, kann das Bed├╝rfnis gestillt werden, und Schmerz und Wut verschwinden. Wenn nicht, dann wandelt sich die Wut in Trauer: Das Kind f├Ąngt vielleicht bitterlich zu weinen an. Wenn die Eltern sich dem Kind dann zuwenden, verschwindet die Trauer. Wenn nicht, wandelt sich die Trauer in Resignation und Depression, denn die Eltern haben die Gef├╝hle von Schmerz, Wut und Trauer nicht wahrgenommen oder ernst genommen. Wenn Kinder das immer wieder erleben, lernen sie selbst nicht, diese Gef├╝hle bei sich wahr- und ernst zu nehmen. Sie ├╝berspringen Schmerz, Wut oder Trauer und entfremden sich diesen Gef├╝hlen. Sie bleiben dann an dem Gef├╝hl "h├Ąngen", auf das die Eltern reagiert haben. Manche Kinder werden also gleich w├╝tend, wenn ihr Bed├╝rfnis nicht beantwortet wird, weil sie gelernt haben, dass es nichts n├╝tzt, ihren Schmerz zu zeigen. Andere werden gleich traurig und andere werden gleich depressiv. Diese Muster behalten sie oft bei, wenn sie erwachsenen geworden sind.

Gestalttherapeuten "behandeln" nicht die Depression. Vielmehr geht es darum, die Ursachen f├╝r den "Hunger" zu verstehen, die verdr├Ąngten Gef├╝hle wahrzunehmen und neue Wege zu entdecken, wie wir unseren Hunger stillen k├Ânnen. Dann verschwindet die Depression meist von ganz alleine.

Nat├╝rlich kann Depression auch organische oder genetische Ursachen haben.

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