Sexualität

Guter Sex spricht den ganzen Menschen an: Er ist ein k√∂rperlicher Genuss, eine seelische Freude und ein naher Kontakt zu einem geliebten oder begehrten Menschen. Wenn dieser Kontakt jedoch gest√∂rt ist, dann leidet darunter nat√ľrlich auch die Sexualit√§t, und unser K√∂rper spielt nicht mit.

Sexualit√§t ist also Kontakt. Und jeder Kontakt ist mit Bed√ľrfnissen, W√ľnschen und Sehns√ľchten verbunden. Mitunter auch mit √Ąngsten, negativen Erwartungen oder belastenden Vorerfahrungen. Das hei√üt, wenn es um Sex geht, werden unsere Kontaktmuster und unser In-der-Welt-Sein wie in einem Brennglas offenbar. Wir k√∂nnen also anhand unseres Sexerlebens viel √ľber uns lernen.

Die Ursachen f√ľr einen nicht gelingenden Kontakt beim Sex sind individuell verschieden. Vielleicht hat ein Mensch ohnehin seine Not mit nahen Begegnungen, vielleicht hat er aufgrund seiner Geschichte √Ąngste oder hohe Erwartungen, vielleicht ist er aber auch nicht im Kontakt mit sich und seinen Bed√ľrfnissen und verlangt sich im Bett eine Leistung ab.

Von entscheidender Bedeutung ist es auch, dass wir unsere sexuelle Orientierung und auch das Geschlecht leben k√∂nnen, dem wir uns zugeh√∂rig f√ľhlen. Schwul, lesbisch oder transgender zu sein kann eine Wunde sein - auch in Zeiten schwuler Au√üenminister, lesbischer Bundesrichterinnen und transsexueller Leistungssportler. Es kann dauern, die eigene Liebesweise oder geschlechtliche Identit√§t anzunehmen. Manchmal bricht diese Wunde auch wieder auf, wenn wir in eine Krise kommen. Und sie kann die Krise versch√§rfen.

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