Flucht

Alle Lebewesen suchen durch Migration nach neuen Lebensräumen – auch der Mensch. Jeder, der heute nicht im östlichen Afrika lebt, verdankt seine Lebensgrundlage den Wanderbewegungen seiner Vorfahren. Manchmal treibt uns der Mangel an Nahrung oder Wasser an, uns eine neue Heimat zu suchen, manchmal sind es Kriege, Bürgerkriege, Völkermord oder individuelle Verfolgung. Niemand verlässt seine Heimat freiwillig. Ursache ist immer eine Not. Der Verlust von Heimat bedeutet immer auch einen Verlust von Identität: Es fehlen die Menschen, die alltäglichen Routinen, die Tätigkeiten, die Gerüche usw., die Sicherheit und Geborgenheit suggeriert haben.

Wer heute als Flüchtling in Europa ankommt, hatte meist eine schwere Zeit vor seiner Flucht und musste dann auch noch die mörderischen Gefahren der Flucht selbst auf sich nehmen. Viele Flüchtlinge landen traumatisiert in Deutschland und geraten durch die fremde Kultur und eine bürokratische, drangsalierende und engherzige Asylpolitik oft noch mehr in seelische Schieflage.

Flucht geht also meist mit einer massiven Lebenskrise einher, in der ein Teil der Persönlichkeit „stirbt“. Sie ist eine enorme Belastung für den Menschen und stellt ihn auf eine der härtesten Proben, die möglich sind. Psychotherapie kann hier lebensnotwendig sein, um Anschluss zu finden an den Menschen vor der Flucht und sich das Gefühl von Identität wieder zu erwerben. Wenn die Seele von Traumata geplagt ist, sind zusätzlich traumatherapeutische Interventionen notwendig.

Wenn Sie mehr über die Therapie von Flüchtlingen – auch mit ROMPC – erfahren wollen, finden Sie hier einen Fachartikel von mir.

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